Firmengründung Liechtenstein, niedrige Besteuerung von Einnahmen aus Lizenz- und Patentrechten, IP Box Liechtenstein

Firmengründung in Liechtenstein: IP- Box Liechtenstein

Firmengründung Liechtenstein: IP Box Steuerregime – IP Gesellschaft in Liechtenstein (niedrige Besteuerung von Einnahmen aus Lizenz- und Patentrechten, Marken, Muster und Gebrauchsmuster)

Viele Länder kennen Steuerprivilegien bei Einnahmen aus Lizenzen, Markenrechten und Patenten (IP Box, IP Steuerregime), so auch Liechtenstein:

  • Normale Ertragsteuer: 12,5%, mind. CHF 1.200
  • begünstigtes IP: Patente, Marken, Muster, Gebrauchsmuster, die in ein in- oder ausländisches oder internationales Register eingetragen sind, und ab dem 10.10.2011 erworben oder geschaffen worden sind (maßgebend Registereintrag). Ertragsteuer = 20% der Einkünfte x 12,5% Ertragsteuer =  2,5% effektiver Steuersatz
  • keine nationalen Quellensteuern auf Zinsen, Lizenzen und Dividenden
  • keine Couponsteuer mehr, aber Stempelabgaben: 0,6%-5% (1% des EK bei Gründung/ Kapitalerhöhung, CHF 1 Mio Freibetrag
  • keine Vermögensteuer für juristische Personen
  • keine Nachlass-, Erbanfalls- und Schenkungssteuer
  • keine CFC-Rules oder Thin-Cap-Regelungen
  • FK-Zinsen voll abzugsfähig; fiktiver Eigenkapital-Zinsabzug: z.B. 4% des EK
  • Freistellung von Dividenden und Liquidations-/Kapitalgewinnen (Beteiligungen)
  • Beteiligungsabschreibungen (global) und globale Gruppenbesteuerung (Option: wenn jur. Person mit Sitz/ GL in Lie>50% mittel-/unmittelbar am EK einer jur. Person beteiligt, Nachversteuerungsklausel)
  • Verlustverrechnung bei ausländischen Betriebsstättenverlusten möglich (Nahversteuerungsklausel)
  • zeitlich unbegrenzter Verlustvortrag
  • Rules (verbindliche Auskünfte) verfügbar, zuverlässiger Finanzplatz
  • Nachweis Registereintrag (Schutz) erforderlich
  • Begünstigung durch Freistellung von 80% der Summe der positiven Einkünfte (nach BA-Abzug, Zinsaufwand und AfA) aus der IP (z.B. bei Lizenzen, Veräußerungsgewinnen)
  • kombinierbar mit Funktion als Finanzierungsgesellschaft im Konzern (4% fiktiver Zinsabzug auf modifiziertes EK = Grund-/Stammkapital + Reserven ./. nicht betriebsnotwendiges Vermögen; Eingangszinsen voll abzugsfähig, keine Quellensteuer bei Repatriierung der Gewinne)
  • VP-Regelungen „nur“ Fremdvergleichsgrundsatz
  • keine Hinzurechnungsbesteuerung, wenn „Motivtest“ nach § 8 Abs. 2 AStG gelingt
  • Nachteil: noch kein umfassendes DBA-Netz; Liechtenstein arbeitet aber dran!

Firmengründung Liechtenstein und neues Steuerrecht

Durch die neuen Steuergesetze, Doppelbesteuerungsabkommen, Vereinbarungen über Auskunftsersuchen in Steuerangelegenheiten und der Zugehörigkeit Liechtensteins zum EWR, ist eine Firmengründung in Liechtenstein für unsere Mandanten extrem interessant geworden. Durch beschriebene Massnahmen ist Liechtenstein „EU-Rechtskonform“ geworden. Kapitalgesellschaften werden mit nur 12,5% besteuert, wobei die Effektivbelastung i.d.R. mit ca. 10% angegeben werden kann. Reine Beteiligungserlöse (Holdinggesellschaft) werden nicht mehr besteuert.

Liechtenstein kennt keine Quellensteuern auf Zinsen, Dividenden oder Lizenzgebühren.

Privilegierte Besteuerung von Einkünften aus Immaterialgüterrechten:

80% der Einkünfte aus Immaterialgüterrechten, die ab dem 1. Januar 2011 geschaffen oder erworben worden sind, werden lt. SteG von der Steuer befreit. In der zugehörigen Verordnung wird aufgezählt, was als Immaterialgüterrecht gilt: Patente, Marken, Muster und Gebrauchsmuster, sofern diese durch Eintragung in ein inländisches, ausländisches oder internationales Register geschützt sind. Sonstige Rechte wie beispielsweise Urheberrechte, Know-how oder Handelsbeziehungen gelten nicht als Immaterialgüterrechte und geniessen daher keine privilegierte Behandlung.